Rollen statt To-do-Listen

Wie das Bündeln von Aufgaben Eltern mental entlasten kann

Mona Walter

Mona Walter

veröffentlicht: 12. Januar 2026
Kategorie: -
Rollen statt To-do-Listen

Wie das Bündeln von Aufgaben Eltern mental entlasten kann

Diese Woche habe ich auf Instagram etwas aus meinem Arbeitsalltag geteilt:

Wie wir im Leitungsteam unserer Kita die vielen anfallenden Aufgaben nicht einzeln verteilt, sondern gebündelt und zu Rollen zusammengefasst haben.

Ich habe im Nachgang die Idee eingebracht, dies auch in der Elternschaft so auszuprobieren.

In unserem Leitungsteam wurde klar:

Wenn alle alles ein bisschen machen,

  • fühlt sich am Ende niemand wirklich zuständig
  • und eine Person behält trotzdem alles im Kopf

Das führt nicht zu Gleichwertigkeit, sondern zu Überforderung.

Als wir begonnen haben,

  • Aufgaben zu bündeln
  • Themenbereiche klar einer Rolle zuzuordnen
  • Verantwortung sichtbar zu machen

wurde etwas leichter.

Und genau diese Klarheit fehlt vielen Eltern im Alltag.

Mental Load entsteht selten durch das Tun

sondern durch das Mitdenken

Im Familienleben sind es oft gar nicht die Handgriffe, die erschöpfen.

Es ist das:

  • Erinnern
  • Planen
  • Vorwegdenken
  • Sich-zuständig-fühlen

Und genau hier setzt das Rollen-Prinzip an.

Nicht:

„Wer erledigt diese Aufgabe?“

Sondern:

„Wem gehört dieses Thema gerade?“

Der entscheidende Unterschied: Aufgaben vs. Rollen

Aufgaben verteilen

  • „Kannst du die Mail schreiben?“
  • „Sag mir, wenn ich daran denken muss.“
  • „Erinnerst du mich nochmal?“

👉 Das Thema bleibt bei beiden im Kopf.

Rollen übernehmen

  • Eine Person hält den gesamten Themenbereich
  • inkl. Denken, Entscheiden, Abschließen
  • und darf sich bei Bedarf Unterstützung holen

👉 Das Thema darf innerlich losgelassen werden.

So könnt ihr das als Elternpaar umsetzen

1. Erst sichtbar machen – ohne zu bewerten

Setzt euch hin und sammelt:

  • Welche Aufgaben fallen in unserem Familienleben an?
  • Nicht nur „was wir tun“, sondern auch „was wir mitdenken“.

Wichtig:

👉 Noch nichts lösen.

👉 Es geht um Bewusstsein, nicht um Fairness.

2. Aufgaben zu Themenbereichen bündeln

Alles, was zusammengehört, wird ein Paket.

Nicht zehn Einzelaufgaben –

sondern überschaubare Bereiche

3. Aus Themen Rollen machen

Eine Rolle bedeutet:

„Ich halte den Überblick über dieses Feld.“

Nicht:

  • alles alleine machen
  • immer verfügbar sein

Sondern:

  • entscheiden
  • priorisieren
  • abschließen
  • delegieren dürfen

Rollen sind:

  • zeitlich begrenzt
  • veränderbar
  • an Lebensphasen angepasst

4. Rollen nach Ressourcen vergeben

Nicht nach:

  • Idealbildern
  • 50/50-Rechnungen
  • oder „wer es besser kann“

Sondern nach:

  • aktueller Kraft
  • Nähe zum Thema
  • dem Wunsch nach Entlastung

👉 Nicht für immer. Für jetzt.

5. Der schwerste Schritt: wirklich loslassen

Wenn eine Rolle abgegeben wird,

muss auch das Mitdenken abgegeben werden.

  • nicht kontrollieren
  • nicht erinnern
  • nicht „nur kurz nachfragen“

Das ist oft ungewohnt –

aber genau hier wird Mental Load spürbar leichter.

Themenbereiche im Familienleben

Manche Paare merken an dieser Stelle:

„Wir wissen eigentlich gar nicht, was alles dazugehört.“
Oder:
„Es fällt uns schwer, darüber ins Gespräch zu kommen, ohne dass es emotional wird.“

Wenn ihr euch dafür eine äußere Struktur wünscht, kann ein Kartenset hilfreich sein.

Ein Beispiel ist das Fair Play Kartenset.
Es wurde genau dafür entwickelt, Alltagsverantwortung sichtbar zu machen und Gespräche darüber zu erleichtern.

Das Set hilft dabei:

  • Aufgaben im Alltag zu erkennen und zu priorisieren
  • Verantwortung klar zu benennen
  • Gespräche auf Augenhöhe zu führen
  • ein gemeinsames Verständnis von Fairness zu entwickeln

Nicht als starres System –
sondern als Gesprächsanlass.

https://www.stylink.it/b4D2QFD1RL1

(Hinweis: Der Link zum Fair Play Kartenset ist ein Affiliate-Link. Wenn du darüber bestellst, unterstützt du meine Arbeit – für dich bleibt der Preis gleich. Danke 🤍)

Wenn ihr die Sache selbst angehen wollt hab ich euch hier mal Bereiche aufgelistet und Beispielsaufgaben. Das ist bei weitem natürlich nicht vollständig.

Kita & Schule

  • Termine & Elternabende
  • Mails lesen & beantworten
  • Materialien & Wechselkleidung
  • Übergänge, Abschiede, Feste

Haushalt & Organisation

  • Wäsche (inkl. Überblick)
  • Vorräte & Haushaltseinkäufe
  • Alltagsordnung
  • Reparaturen & Nachfüllen

Ernährung & Versorgung

  • Essensplanung
  • Einkaufen
  • Kochen
  • Überblick über Vorlieben & Bedürfnisse

Kleidung

  • Größenwechsel
  • Saisonale Kleidung
  • Aussortieren & Nachkaufen
  • Überblick behalten

Soziales & Feiern

  • Geburtstage & Geschenke
  • Einladungen & Mitbringsel
  • Kontakte pflegen
  • kleine Aufmerksamkeiten

Gesundheit

  • Arzttermine
  • Impfungen
  • Medikamente
  • Krankheitsbegleitung

Familienrhythmus & Struktur

  • Wochenrhythmus
  • Routinen
  • Übergänge im Alltag
  • Pausen & Auszeiten

Ein Gedanke zum Schluss

Familie darf sich nicht anfühlen wie ein Projekt,

das eine Person im Hintergrund leitet.

Sie darf sich anfühlen wie ein Team,

in dem Verantwortung sichtbar, getragen und geteilt wird.

Nicht jede*r muss alles wissen.

Und manchmal beginnt Entlastung nicht mit weniger Aufgaben –

sondern mit mehr Klarheit.

Weiterführende Literatur zu diesem Thema:

Das Buch fair play von Eve Rodsky:
https://www.stylink.it/M3BoatLypV6

und das Buch die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles:

https://www.stylink.it/R1gzZT6QkVr

(Hinweis: Der Link zu beiden Büchern ist ein Affiliate-Link. Wenn du darüber bestellst, unterstützt du meine Arbeit – für dich bleibt der Preis gleich. Danke 🤍)